Meilenstein für den pPOCUS-Lehrgang
Erstes High-Fidelity-Simulationstraining im Inhouse-Format durchgeführt
Anfang März 2026 wurde bei der Berufsrettung Wien ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung des präklinischen Ultraschalls gesetzt. Erstmals wurde ein zentraler Ausbildungsbaustein des pPOCUS-Lehrgangs vollständig als Inhouse-Format durchgeführt.
Im Fokus stand dabei ein zweitägiges High-Fidelity-Simulationstraining als integraler Bestandteil des pPOCUS-Lehrgangs der Berufsrettung Wien. Insgesamt nahmen 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an diesem Ausbildungsabschnitt teil, 18 Notfallsanitäter*Innen sowie 2 Ärzt*innen. Betreut wurden sie von insgesamt zehn Instruktorinnen und Instruktoren, die gemeinsam mit den Teilnehmenden realitätsnahe Einsatzszenarien trainierten und die prähospitale Integration von Point-of-Care-Ultraschall in die Entscheidungsprozesse in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen stellten.
Der pPOCUS-Lehrgang der Berufsrettung Wien, in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Notfall- und Katstrophenmedizin, ist als mehrstufiges Ausbildungskonzept aufgebaut. Er beginnt mit einer E-Learning-Phase, in der die theoretischen Grundlagen vermittelt werden. Darauf folgt ein mehrstündiges Selbststudium am POCUS-Simulator, gefolgt von praxisorientiertem Wissenstransfer durch erfahrene Ultraschall-Tutor*innen. Das nun durchgeführte zweitägige High-Fidelity-Simulationstraining bildet einen weiteren zentralen Baustein dieser Ausbildung und dient dazu, den Einsatz von Ultraschall unter realistischen präklinischen Bedingungen zu trainieren.
Mehrstufenkonzept als Vorteil
Ein besonderer Vorteil dieses mehrstufigen Konzepts besteht darin, dass auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer ohne jegliches Ultraschall-Vorwissen strukturiert an das Thema herangeführt werden können. Schritt für Schritt werden sie bis zur ÖGUM-Stufe 1 ausgebildet. Notfallsanitäter*innen erhalten dabei ein stufenäquivalentes Zertifikat, das inhaltlich dem Ausbildungsniveau der ärztlichen Übungsstufe entspricht.
Im Fokus dieses Ausbildungsdurchgangs stand an diesem Wochenende bewusst nicht ärztliches Personal. Ziel ist es, Notfallsanitäter*innen systematisch für den Einsatz von pPOCUS im Rettungsdienst zu qualifizieren auf Basis nachgewiesener Fähigkeiten und strukturierter Ausbildung zu vermitteln.
Buntes Feld an teilnehmenden Personen
Unter den Teilnehmenden befanden sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen der Berufsrettung Wien, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Wiener Rettungsakademie (FISU) sowie der Hauptinspektion (Single Responder). Zusätzlich nahmen zwei Oberärzte aus dem Team des Chefärztlichen Dienstes am Lehrgang teil.
Nach dem Simulationstraining beginnt nun die nächste Phase des Lehrgangs. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sammeln innerhalb eines definierten Zeitraums insgesamt 60 Ultraschallfälle im realen Rettungsdienstalltag. Ziel ist es, das Gelernte zu festigen, praktische Erfahrung aufzubauen und den Einsatz von Ultraschall in der Präklinik routiniert in Entscheidungsprozesse zu integrieren.
Den Abschluss bildet eine strukturierte Prüfung, in der die erworbenen Kompetenzen überprüft werden. Mit diesem Ausbildungsformat setzt die Berufsrettung Wien einen weiteren wichtigen Schritt, um präklinischen Ultraschall systematisch in die Versorgungsrealität zu integrieren und neue diagnostische Möglichkeiten auch für nicht-ärztliches Person zugänglich zu machen.
Weitere Informationen zum Lehrgang:
https://oenk.org/ppocus-lehrgang/