pPOCUS Lehrgang der Berufsrettung Wien
Pilotprojekt zur Anwendung prähospitaler Notfallsonografie innerhalb der Berufsrettung Wien
Der pPOCUS-Lehrgang der Berufsrettung Wien ist ein gemeinsames Projekt der Berufsrettung Wien, der Österreichischen Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin (ÖNK) und der Österreichischen Gesellschaft für Notfallmedizin (AAEM) und wurde speziell dafür entwickelt, prähospitale Notfallsonografie in Ausbildung und Praxis innerhalb der Wiener Versorgungsstrukturen nachhaltig zu verankern. Ziel ist es, die Kompetenzen von Notärzt*innen und Sanitäter*innen im Bereich Point-of-Care-Sonografie strukturiert aufzubauen und bis zur ÖGUM-Stufe-1-Zertifizierung zu begleiten.
Curriculum
Das Lehrgangscurriculum kombiniert moderne Lernmethoden mit praxisnaher Umsetzung. Den Auftakt bildet ein E-Learning-Modul in Kooperation mit 123sonography, das die theoretischen Grundlagen vermittelt. Darauf folgt ein Simulatortraining am pPOCUS-Simulator der Berufsrettung Wien, bei dem die Teilnehmenden ihre praktischen Fertigkeiten schrittweise vertiefen können. In Kleingruppentrainings mit einem Team an Sono-Tutor*innen werden anschließend spezifische Anwendungen geübt und gefestigt um im Simulatortraining vermitteltes Wissen erstmals auf den Menschen zu übertragen. Ein zweitägiger, nach den Kriterien von ÖGUM, DEGUM und SGUM aufgebauter Notfallsonografiekurs bildet das Herzstück des Programms. Hier kommen internationale Notfallsonografie-Expert*innen zusammen, um praxisorientierte Workshops und Simulationen zu leiten und die gesamte Bandbreite der prähospitalen Notfallsonografie abzudecken.
Nachbetreuung
Darüber hinaus bietet der Lehrgang eine strukturierte Nachbetreuung. Dazu gehören Hilfestellungen bei der Fallakquise, die Möglichkeit zum Online-Feedback sowie eine begleitete Dokumentation der Untersuchungen. Auf diese Weise kann die Fallakquise der Lehrgangsteilnehmer*innen direkt supervidiert und der eigene Lernfortschritt kontinuierlich reflektiert werden.
Zielgruppe
Der Lehrgang richtet sich an Notärzt*innen ebenso wie an Notfallsanitäter*innen und andere im Rettungsdienst tätige Gesundheitsberufe. Während Notärzt*innen die offizielle ÖGUM-Stufe-1-Zertifizierung erwerben können, erhalten nicht-ärztliche Teilnehmende ein äquivalentes Zertifikat durch die Berufsrettung Wien ausgestellt. Damit leistet das Projekt einen entscheidenden Beitrag, Ultraschall in der präklinischen Notfallmedizin breiter zu etablieren und die diagnostischen Möglichkeiten im Einsatz signifikant zu erweitern.