Bereits 2009 wurde begonnen medizinisch fachliches Qualitätsmanagement im Rettungsdienst zum*zur Patient*in zu bringen. In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich das System der Field Supervision. Der Field Supervisor steht während hoch priorisierten Einsätzen als unterstützende Ressource zur Verfügung und übernimmt idealerweise die ausschließliche fachliche Supervision. Das Projekt des Field Safety Board (FSB) wurde ergänzend 2020 vom Fachreferenten für Qualitätssicherung der Wiener Rettungsakademie in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Wiener Rettungsakademie, Rettungsdienstleiter sowie dem Chefarzt im Rahmen eines interdisziplinären Projektes entwickelt. Zwischenfälle jeglicher Art sollen einer systematisierten und standardisierten Aufarbeitung zugeführt werden. Ziel ist es, sämtliche Beobachtungen der Mitarbeiter*innen der Berufsrettung Wien, aber auch sämtlicher Stakeholder, ernst zu nehmen und vor allem "Human Errors" so zukünftig, bereits vor dem Entstehen, zu verhindern. Ein Fokus wird hier in der Arbeit des Field Safety Board auf die Ursachenforschung mit nachfolgender Prozessoptimierung und Hilfestellung bei der individuellen Vermeidung von Fehlern gelegt. Eine Mitarbeiter*innen-zentrierte Fehlerkultur innerhalb der Berufsrettung Wien wird mit der Implementierung des Field Safety Board (FSB) gefördert. In weiterer Form können durch die erhobenen Erkenntnisse der Field Supervisoren direkt am Notfallort und den Aufarbeitungen des FSB wertvolle Inhalte und Schwerpunkte für die Weiterbildung gewonnen werden.
Unter der Prämisse der Interdisziplinarität sind unter anderem folgende externe Stakeholder unter dem Dach des FSB vereint: private Wiener Rettungsorganisationen, Wiener Gesundheitsverbund, Polizei Wien, Berufsfeuerwehr Wien.
Fachentwicklung und Bildung
Im Rahmen der Fachentwicklung und Bildung wird darauf geachtet, stetig am prähospitalen Puls der Zeit zu bleiben.
Dies bedingt die stetige Analyse von Leitlinienänderungen und Evaluierung von überarbeiteten Guidelines, welche in weiterer Folge die Inhalte der Lehraussagen der Rettungsakademie Wien stützen. In enger Zusammenarbeit mit dem oberärztlichen Dienst wird die Implementierbarkeit von Neuerungen sowohl in den Lehraussagen, diversen Lehrvideos, als auch den medizinischen Standard Operating Procedures (SOPs) geprüft und weiterentwickelt. Die überarbeiteten Inhalte werden in weiterer Folge für die Lehre vorbereitet.
Weiters werden in regelmäßigen Abständen Expert*innengutachten für Fachartikel in namhafte Fachzeitschriften vor der Veröffentlichung dieser erstellt und diese dadurch gereviewt. Neben den Reviews in Fachzeitschriften erfolgt auch die Mitarbeit an medizinisch wissenschaftlichen Publikationen und die Begleitung von prähospitalen Studien.